BldgAltEntf E017: “Bildungshomöopathie”

avatar Anja Lorenz
avatar Oliver Tacke

Die Folge haben wir am 27.06.2019 aufgenommen.

Intro & Feedback

Wenn Ihr glaubt, dass man Spam und Phishing nicht verteufeln sollte, dass Droh-E-Mails auch nur ein stummer Schrei nach Liebe sind, dann könntet Ihr an diese Bitcoin-Adresse etwas überweisen – oder Ihr schaut wie wir ab und an rein, ob es Menschen gibt, die zwar auf so seltsame E-Mails hereinfallen, aber Bitcoins überweisen können.

Wenn man das hier nicht mehr lesen kann, war es wohl doch keine leere Drohung. “Du Zerstörer”!

News+Alt+Entf

News+O

  • O bringt uns über seine laufenden Anzeigen und IFG-Anfragen auf den neuesten Stand.
  • Er hat sein Akademiestudium Philosophie an der Fernuni Hagen wieder geschmissen und hört erst einmal weiter Soziopod.
  • Für das nächste Jahr versucht er, einen Platz im Recurse Center zu ergattern (Tipp von @blinry).
  • Er war beim indiELearning-Festival in Dreieich und hat einen Flipped-Classroom-Workshop in Braunschweig gegeben. Er fragt sich, wie er sich immer wiederkehrende Diskussionen sparen kann (bspw. um den Kontrollwahn von Lehrenden, der auch im BZT 55 thematisiert wurde oder den Beat Doebeli schonmal für die Schule systematisiert hat) und ob man mit dem Begriff “Bildungshomöopathie” im Bildungsbingo noch einen Blumentopf gewinnt.
  • Außerdem erzählt er vom OERCamp in Lübeck, wo er u.a. zusammen mit Christian und A eine Session “Podcast für Newbies” begleitet hat.

News+A

Paper+Alt+Entf

Paper+O: “Gutes Bildungsklima?”

Otto, Daniel; Caeiro, Sandra; Nicolau, Paula; Disterheft, Antje; Teixeira, António; Becker, Sara; Bollmann, Alexander; Sander, Kirsten: Can MOOCs empower people to critically think about climate change? A learning outcome based comparison of two MOOCs. Journal of Cleaner Production, 222 , S. 12–21, 2019, ISSN: 0959-6526. (Typ: Artikel | Abstract | Links | BibTeX) Copyright
Besprochen in Bldg-Alt-Entf #17

Wissen für die Massen. Mit MOOCs! Die Autorinnen und Autoren überprüfen diesen Anspruch am Beispiel von zwei Kursen zum Thema Klimawandel mittels Selbstauskunft durch die Absolventinnen und Absolventen.

Wiki+A: “T-Shirt-basierte Lernzielsetzung”

Wikipedianer, : Ada Lovelace. 2019, besucht am: 27.06.2019. (Typ: Online | Links | BibTeX) CC BY-SA 3.0
Besprochen in Bldg-Alt-Entf #17
Klexikonianer, : Ada Lovelace. 2018, besucht am: 27.06.2019. (Typ: Online | Links | BibTeX) CC BY-SA 3.0
Besprochen in Bldg-Alt-Entf #17

Ada Lovelace war die erste Programmiererin der Welt – je nachdem, wessen Ausführungen man glaubt, sind da sogar Männer mitgemeint. In jedem Fall hat sie die Entwicklungen rund um die Rechenmaschinen und fast fertig gestellten Computer von Charles Babbage ein ganzes Stück nach vorn gebracht.

Diagram for the computation of Bernoulli numbers

Diagramm zur Berechnung von Bernoulli-Zahlen, 1842 (gemeinfrei)

Fundgrube+Alt+Entf

Projekte, Tools, Apps, … das sind doch bürgerliche Kategorien. Wir packen einfach alles in die Fundgrube:

  • Zähle bis 4! Sowohl beim Raspberry Pi (Unboxing-Video) als auch beim Xiaomi Mi Band gibt es neue Versionen für uns Geeks.
  • Wer sich tolle Methoden und Spiele rund um Geschäftsmodelle von OER ausdenken will, kann das mithilfe der Spielkarten von Sandra Schön und ihrem Team tun.
  • Ada Lovelace hat es vorhergesagt, auf der Seite (und im Buch) von Joachim Wedekind kann man es sich fast 200 Jahre später anschauen: eine Sammlung von Digital Art, die nicht nur schön anzusehen ist, sondern bei der auch der (grafische Snap-) Code zum Nachvollziehen und weiterem Rumspielen verlinkt ist.

Politik+Alt+Entf

Das BMBF hat eine nationale Weiterbildungsstrategie beschlossen. So richtig strategisch über den aktuellen Status quo hinaus liest sich das aber nicht wirklich, meint auch Bernd Käpplinger in einem Gastkommentar auf dem Blog von Jan-Martin Wiarda.

Veranstaltungstipps

  • 09. und 10. August 2019: BarCamp Kiel (#bcki19)
    The one and only. Seit wenigen Minuten nach dem Verkaufsstart nur noch Warteliste.
  • 4. bis 6. November 2019: OERcamp Werkstatt bei Berlin (#OERCamp)
    7. bis 9. Februar 2020: OERcamp Werkstatt im Schwarzwald (#OERCamp)
    Es wird nicht über OER geredet, sondern es werden freie Lernmaterialien erstellt und veröffentlicht. Anmelden geht schon (unverbindlich).
  • 18. bis 20. Mai 2020: H5P Con 2020 in Madison, Wisconsin, USA (#H5PCon)
    Call for Participation ist raus: Sessions möglich zu “Creative Builder Lab”, “Research and Data Driven Teaching and Learning”, “Facilitating the Integration of H5P”, “Teaching with H5P” (Einsendeschluss ist der 1. September 2019)

Mythos+Alt+Entf

O kann ja gut bei Reinhard Remford von MInkorrekt bzw. AAA einschlafen, aber lernt er was dabei?

  • Es gibt eine russische Studie aus dem Bereich Spionage, die besagt: klappt bei manchen Menschen. Allerdings konnte die nie repliziert werden und es wird gemutmaßt, dass die Menschen womöglich gar nicht geschlafen haben.
  • Es gibt Menschen, die sich nach Narkose während einer Operation an Gesagtes erinnern können – Narkose und Schlaf sind aber zwei sehr unterschiedliche Dinge.
  • Was geklappt hat, ist wohl Konditionierung mit Geräuschen und Gerüchen, aber das ist tatsächlich nur ein sehr basale Form des Lernens.

Weltverbesserung+Alt+Entf

Wer wie wir Initiativen zur offenen Bildung fördern möchte, kann bspw. der Open Knowledge Foundation etwas Geld geben, damit sie so tolle Projekte wie Jugend Hackt, Frag den Staat (und alles drumrum), den Prototype Fund oder edulabs auch weiter am Leben hält und sich noch viele weitere ausdenkt.

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  1. scheppler

    Einen kurzen Kommentar zur angeblichen Unmündigkeit von LehrerInnen, die sich im Rufen nach Qualitätskontrollen bei OER zeigen soll:

    Niemand spricht den LehrerInnen die Aufgabe und Fähigkeit ab, Unterrichtsmaterialien qualitativ zu prüfen. Niemand hat die Absicht, nur geprüfte/zugelassene Materialien im Unterricht zuzulassen.
    Das Problem liegt schlicht darin, dass LehrerInnen im Alltag wenig – ja ich würde sagen keine – Zeit mehr haben. LehrerInnen sind überlastet, schreiben kollektiv mit ganzen Kollegien aber auch einzeln Überlastungsanzeigen an die Dienstherren, bekommen ständig neue Aufgaben hinzu. Es grenzt schon fast – ich überspitze, um den Punkt zu setzen – an Zynismus, jemandem, der komplett im alltäglichen Hamsterrad routiert, zu erklären, er sei unmündig, wenn er sich Hilfe sucht oder um diese bittet (z.B. bei der verlässlichen, geprüften, bewerteten Erstellung von Lehr-/Lernmaterialien).

    Denn das Angebot z.B. einer Monitoringstelle, die OER oder andere Materialien prüft und bewertet, ist gedacht, um den KollegInnen an den Schulen zu helfen, sie zu entlasten und ihnen auch einfache Einstiege und Zugänge zu ermöglichen. Nicht jeder Lehrer muss doch jedes Material wieder aufs Neue vollständig prüfen und bewerten. Da kann man doch Entlastung schaffen und unterstützen, so dass sich die LehrerInnen auf die qualitative Sicherung verlassen können, um ein paar Schritte weniger machen zu müssen. Ob es für die jeweilige Lerngruppe passt, man doch noch selber weitersucht usw. bleibt doch auch weiterhin den LehrerInnen in der pädagogischen Freiheit.

    Oder aber – das würde ich mir wünschen von denjenigen, die solche Aufgaben durch komplett freie Materialien im Netz forcieren – es muss permanent mit betont werden, dass diese Form einhergehen muss mit massiven zeitlichen Entlastungen der LehrerInnen, damit sie die damit verbundenen Herausforderungen auch überhaupt stemmen können. Aber einfach das Feld der Unterrichtsmaterialien vollständig zu liberalisieren und massiv zu vergrößern, die Verantwortung auf den Einzelnen zu übertragen, ohne zu überlegen, wie dies alltäglich zu bewältigen sein soll (nach dem Motto: das ist Deine Aufgabe, sieh zu, wie Du es schaffst), ist aus meiner Sicht etwas zu kurz gedacht und wenig solidarisch.

    Ich bin mir sicher, es war nicht so krass gemeint. Ich wollte aber auf diesen Punkt hinweisen, dass es einfach sehr schwer wird, Mündigkeit zu leben und mit Leben zu füllen, wenn man schlicht keine Zeit hat. Denn – und das werdet Ihr aus der Uni kennen – Mündigkeit ist verbunden mit der Möglichkeit, diese Art der individuellen Entfaltung auch realisieren zu können. Wenn ich aber Menschen derart zeitlich einschnüre, geht Mündigkeit verloren. oder ist das gar intendiert? (Aber das wäre ein anderes Thema – #Bolongna-Reformen.)

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